Abschied von Kirchhellen

Nach 13 Jahren verlässt Pfarrer Manfred Stücker die Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer – Im Interview mit kirchhellen.online erzählt er uns, warum...

Pfarrer Manfred Stücker wird Anfang 2019 die Kirchengemeinde verlassen. Foto: Julian Schäpertöns

Für Manfred Stücker war es sicher keine leichte Entscheidung. Doch nach 13 Jahren Dienst in Kirchhellen wird der 57-jährige Pfarrer Anfang 2019 die Gemeinde St. Johannes der Täufer verlassen. Was ihn zu diesem Schritt bewogen hat, ob schon ein Nachfolger feststeht und was er an Kirchhellen besonders vermissen wird, hat er uns im Interview verraten...

 

Herr Stücker, seit 2005 sind Sie in der Gemeinde St. Johannes der Täufer in Kirchhellen tätig. Nun wechseln Sie in die Gemeinde St. Marien in Wachtendonk an der niederländischen Grenze. Was hat Sie zu diesem Schritt bewegt?

Diese Entscheidung ging nicht von mir aus. Der Personalchef vom Bistum Münster ist auf mich zugekommen, um mit mir ein Standortgespräch zu führen. Ich war nicht darauf vorbereitet, dass das ein Gespräch zu einem Stellenwechsel sein sollte. Doch er kam schnell auf den Punkt und erklärte, dass es einige Stellen im Bistum gibt, die besetzt werden müssten und jetzt wäre noch die Chance für einen Wechsel. Und in Wachtendonk gibt es seit Januar dieses Jahres keinen leitenden Pfarrer mehr.

 

Wie lange haben Sie überlegt, ob Sie das machen sollen?

Einige Wochen. Im weiteren Verlauf stand ich vor der Frage, soll ich diese Erwartung und dieses Angebot wahrnehmen. Ich hätte auch Nein sagen können. Doch diese Stellen in Wachtendonk war insofern für das Bistum wichtig, weil der Vorgänger nur kurze Zeit da war und dann die Gemeinde wieder verlassen musste. Ich habe dann einige Gespräche mit Freunden, dem Weihbischof und Vertretern der Gemeinde dort geführt.

 

Was war der ausschlaggebende Punkt, dass Sie diese Entscheidung getroffen haben?

Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich für mich jetzt noch eine Chance sehe, eine neue Stelle anzunehmen. In zehn Jahren wäre das nicht mehr so einfach. Außerdem möchte ich mich auch dem Wunsch des Bistums nicht verschließen. Zudem hatte ich bei den Gesprächen in Wachtendonk den Eindruck, dass da ein großes Wohlwollen für eine gute Zusammenarbeit mir gegenüber aufgebracht wird.

 

Wann werden Sie Kirchhellen verlassen?

Am 10. Februar werde ich voraussichtlich meinen Dienst hier beenden und am 10. März in Wachtendonk anfangen. Am 9. Februar feiere ich um 18.30 Uhr ein letztes Mal die Vorabendmesse in Grafenwald. Am 10. Februar werde ich die 9.30 Uhr Messe in Feldhausen halten und um 17 Uhr lade ich alle Weggefährten zu einem ökumenischer Gottesdienst in die St. Johannes Kirche ein. Anschließend werde ich mich im Pfarrheim verabschieden und um 20 Uhr noch ein Segensgebet sprechen. Ich bitte alle, die kommen wollen, auf Geschenke zu verzichten. Anstelle würde ich mich über eine Spende für einen guten Zweck freuen.

 

Steht schon ein Nachfolger hier in der Gemeinde fest?

Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Die Stelle wird aber ausgeschrieben, so dass voraussichtlich im Laufe des Jahres 2019 ein Nachfolger gefunden wird. Ich glaube, dass diese Stelle in Kirchhellen sehr attraktiv ist und sich sehr bald eine weitere Leitungskonstellation zusammenfindet. Die Gemeinde hier ist gut aufgestellt und hat nicht mit Problemen zu kämpfen, die manch andere Gemeinde hat.

13 Jahre war Manfred Stücker als Pfarrer in Kirchhellen tätig. Foto: Johannes Fockenberg

 

Was werden Sie hier im Dorf besonders vermissen?

Auf jeden Fall die Kevelaer-Wallfahrt. Diese hatte hier immer besondere Qualität, Intensität und Bedeutung für das kirchliche Leben. Dass habe ich in dieser Weise nirgendswo anders erlebt. Aber auch die anderen Wallfahrten waren immer schön. Natürlich werde ich auch die im Rahmen der Firm- und Kommunionvorbereitungen stattgefundene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vermissen sowie die Zusammenarbeit mit den Schulen.

 

Was waren die Höhepunkte Ihrer Zeit hier in Kirchhellen?

Einer war sicherlich die Fusion der Gemeinden im Jahr 2007. Das war auf jeden Fall ein besonderes Ereignis. Am Anfang meiner Zeit hier im Jahr 2005 gab es eine große Firmfeier mit zwei Bischöfen. Das war auch ein einprägsames Erlebnis. Aber auch die ganzen Pfarrfeste, das jährliche Krippencafé oder andere Begegnungen. Es ist kein großes Ereignis, dass alle anderen überragt, sondern die Summe, der immer wiederkehrenden Ereignisse, die besonders wertvoll gewesen sind. Ich gehe mit einem lachendem und weinendem Auge und bin gespannt, was mich bei meiner neuen Stelle erwartet.

von Julian Schäpertöns